Jacksons last Show
Allgemein |
8. Juli 2009 21:12 Uhr |
Matze |

Da sich dieser Blog augenscheinlich mit Musik auseinandersetzt, sollten vielleicht einige Worte zu den Ereignissen der letzten Tage geäußert werden. Seit dem 25. Juni schon wird man in allen möglichen Medien mit dem Tod des “King of Pop” konfrontiert, gestern am 7. Juli folgte dann die Spitze des Eisbergs mit der Trauerfeier im Staples Center in Los Angeles. Ich habe die Hochphase des Michael Jacksons nicht erlebt bzw. gelebt und gehe daher vermutlich ein wenig nüchterner und ohne tiefe Emotionen mit diesem Thema um.
Keiner vor Michael Jackson verstand es, Musik so simpel und daher zugängig für jedes Ohr zu machen und sich gleichzeitig mit eingängigen Melodien und Texten in das Bewusstsein des Zuhörers einzuprägen. Mit seinem ganz eigenen Gesang und seinen Showeinlagen schuf er einen hohen musikalischen Wiedererkennungswert. Mit dieser engen Verzahnung von Musik und Show, bestehend aus erstaunlichem Tanz und Selbstinszenierung, und großem Medienaufwand prägte er, wie keiner zuvor, die Verbindung von Musik und anderen Medien, insbesondere des Fernsehens, und ist daher wohl der Begründer der modernen Popmusik, der unumstrittene “King of Pop”. Dass er damit einen großen Beitrag zur zunehmenden Kommerzialisierung der Musikbranche leistete, mag mir oder anderen nicht unbedingt gefallen, bedeutet trotz Allem aber den musikalischen Einfluss auf die Musikwelt bis zum heutigen Tage und darüber hinaus. Michael Jackson hat somit nachhaltig die Musikwelt geprägt und damit auch eine, wenn nicht sogar mehrere Generationen.
Da ist es verständlich, dass diese Generation bestürzt auf seinen Tod reagiert, schließlich ist ein Teil ihres Lebens und eine Ikone gestorben. Trotzdem halte ich den Hype, der um seinen Tod entstanden ist für überzogen. In den letzten Jahren wurde Michael Jackson von den Medien verspottet und vorgeführt. Die ganze Welt wollte Teil haben an seinen Eskapaden und wissen wie unzurechnungsfähig er denn nun sei, seine Comebackpläne wurden belächelt. Es ist vermutlich der Fluch des Erfolgs, dass man bis zu seinem Tod versucht hat, aus ihm Klatsch- und Tratsch-Artikel zu quetschen und zu drucken. Nun da er Tod ist, holen die Weltmedien zum allumfassenden Schlag aus, lassen einen Hype entstehen, der selbst Menschen trifft, die seine Erfolge nur vom Hörensagen kennen. Mir schwant da eine unglaubliche Sensationsgeilheit, ein Sehnen des Bürgers nach einem Ereignis, welches den tristen Alltag durchbricht und voilà die Medien befriedigen diesen Drang. Wie beim 11. September 2001 wird es unser Generation dann möglich sein den Heranwachsenden andächtig zu sagen: “Jaja, ich war dabei als der King of Pop starb!” Medial ausgeschlachtet bis zum Letzten war seine Gedenkfeier, ebenbürtig der, für die Opfer des “Hurricane Katrina“. Wie oft musste ich mir heute denn alleine die Bilder der Tochter “Paris Jackson” anschauen, der das Mikrofon förmlich ins Gesicht gedrückt wurde und der die plötzlich so einträchtige Familie tätschelnd über den Rücken streichelte? ZUM KOTZEN! Selbst aus der Beerdigung wird eine Show! Ich warte jetzt nur noch auf die Geldhaie in Hollywood, die demnächst sein Leben verfilmen, auf die Musikproduzenten, die das X-te Greatist Hits Album veröffentlichen, auf die Scharen an Dokumentationen und Biographien.
Bleiben wir auf dem Teppich. Ja, es ist ein ganz Großer gestorben, aber nicht in einer Zeit, in der man ihn noch groß bejubelt hätte, sondern in einer Zeit, in der die allermeisten Menschen nichts mehr von ihm wissen wollten. Gestorben ist Michael Jackson für die meisten Menschen in dem Moment, als er musikalisch nichts mehr veröffentlichte, als er ihnen nicht mehr im Alltag präsent war.
Ein wenig spät ist es da, den King of Pop zu betrauern und alle Anschuldigungen, an denen man sich die letzten Jahre noch aufgeilte, unter den Teppich zu kehren und ihn als absoluten Saubermann ohne Kritik zu beerdigen. Er war es, der die Musik noch medialer machte und er ist es auch, den die Medien bis in den Tod verfolgen, ganz nach Goethe: “Die ich rief, die Geister/ werd ich nun nicht los.”
Wäre schön, wenn die Menschen um die tausenden an Kriegs- und Hungertoten jedes Jahr genauso trauern könnten, mich mit eingeschlossen!
Showbeispiel:




2 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
War nie ein großer Jackson-Fan und habe ihn auch mehr durch die Medien als durch seine Musik kennengelernt. Mir geht der Rummel um ihn nun allerdings ein wenig auf den Senkel und ich finde es mehr als dreist, dass er nun überall als Held gefeiert wird, wo er doch zu Lebzeiten von jeder Zeitung (ob nun gerechtfertigt oder nicht) fertig gemacht worden ist. Fest steht allerdins, dass er sicherlich nicht ganz richtig im Kopf gewesen ist; alles, was nach seiner Hochphase gekommen ist, spricht eigentlich nicht gerade für ihn…
27.08.09 15:00 Uhr | | Nach oben
[...] Flimmerblog.de / Musikfreaks.de: Michael Jackson wird trotz aller Kritikpunkte immer ein musikalisches Genie bleiben, die vor kurzem im Kino laufende Doku “This Is It” zeigt das noch einmal. Offensichtlich wird Jackson uns noch lange weiter beschäftigen trotz seines plötzlichen Todes im Juni 2009. [...]
22.11.09 12:42 Uhr | | Nach oben
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