Wer glaubt, klassische Musik sei verstaubt und langweilig, sei etwas für alte Menschen, für spießige Mercedesfahrer und hochbegabte Eigenbrödler, für verschrobene Philosophen und arrogante Akademiker und überhaupt in keinerlei Weise zeitgemäß und fern jeden Bezugs zur heutigen Welt; wer das glaubt, der lässt sich manipulieren von eben geschildertem Bild, das große Teile der Gesellschaft pflegen.

Sicher, klassische Musik möchte nicht radikal und provokant erscheinen - zumindest in der heutigen Zeit. Sie verweigert sich jedweden Wettstreit mit der modernen Popmusik um Aufsehen und Show. Aber genauso wenig, wie klassische Musik nicht einseitig die Identitätsmusik der Jugend sein möchte, ist auch ihr Verhältnis zu anderen Altersschichten. Klassische Musik ist für jedes Alter da.

Leider erscheint sie durch ihre Inszenierung in großen Konzertsälen und festlicher Abendbekleidung als ein Privileg der Reichen, was jedoch ein Irrglaube ist. Denn nicht nur in Konzert-, sondern auch und vor allem in Kinosälen feiert die klassische Musik immer wieder aufs Neue einen verborgenen Triumph. Ein Triumph über sämtliche Imagefragen, die sonst bei der Wahl der eigenen Musik viele beeinflussen. Wer im Kinosaal ist nicht fasziniert, wenn Star Wars’ “Imperial March” geschmettert wird, wenn Captain Jack Sparrow zu Klaus Babelts epischer Musik über die Meere jagt oder Mordor in den Klängen von Howard Shore untergeht?

Wer also unterbewusst klassische Musik im Kino feiert, kann sich auch pur in ihr versuchen und Abstand nehmen von gesellschaftlichen Vorurteilen und Imagefragen. Also, mehr Klassische Musik wagen.

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