Was macht gute Musik aus?
Allgemein |
20. Juni 2009 17:18 Uhr |
Matze |
Jaja ich weiß, ich habe einen Chartreview vergessen bzw. schlichtweg nicht verfasst. Grund dafür ist - und ich hoffe dies reicht als Entschuldigung - dass ich mir ein paar Gedanken gemacht habe zum Bewerten von Musik: Wann ein Song schlecht ist, wann kommerziell usw. Ein paar dieser Gedanken habe ich nun niedergeschrieben und möchte sie euch vorstellen. Wer jetzt leichte Kost erwartet und schwarz-weiße Richtlinien, den muss ich enttäuschen, denn ansatzweise steckt ein bisschen Philosophie und Soziologie in meinen Überlegungen. Dies ist also ein Sachtext, anders als die Chartreviews primär kein Unterhaltungstext. Bei ein paar Punkten bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher und so würde ich mich sehr über geistreiche Kommentare freuen, die mich bestätigen oder aber auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Es gibt nicht DIE EINE Musik, nur die EINE EIGENE!
Musik. Zeit unseres Lebens hat sie uns begeistert. Sie lässt einen in andere Welten eintauchen, fördert Emotionen und Erinnerungen zu Tage, hebt die Stimmung und macht damit vor allem Spaß. Es spielt keine Rolle, wie andere ein Musikstück bewerten, ausschlaggebend ist nur der eigene Geschmack und wenn dieser sagt “Ich mag das Stück“, dann kann man alle Rezensionen und Kritiken vergessen. In diesem Zusammenhang sind Äußerungen wie ”HipHop ist schlecht!” schlichtweg falsch, da sie sich auf eine rein subjektive Erkenntnis stützen. Redet man in gesellschaftlichen Zusammenhängen und kann nachweisen, dass ein Genre zum wirklichen Leidwesen anderer Menschen etwas beiträgt, also zum Beispiel Armut, darf man ein “ist” benutzen. “Ich finde HipHop schlecht!” ist da schon eine viel bessere Formulierung. Also bitte ein wenig mehr Toleranz bei Fragen zur Musik. Dies bedeutet jetzt nicht, dass man wie in obigem Beispiel pedantisch auf jede Formulierung achtet, sondern einfach den Geschmack des Anderen akzeptiert.
Komplexität heißt nicht Schönheit, Komplexität kann für Einzigartigkeit stehen
Hat der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität eines Stückes etwas mit seiner Schönheit zu tun?
Nein, denn er gibt keinerlei Aufschluss über Schönheit. Es gibt Musiker, die sich in Solos überschlagen, Tonleitern, Skalen quer Beet benutzen. Für einige Zuhörer ist dies bloßer abgedroschener Technikwahn für andere die musikalische Formvollendung schlechthin. Der Schwierigkeitsgrad sichert in gewisser Weise jedoch die Einzigartigkeit eines Musikstücks, da es schwerer ist, ein solches zu kopieren. Ob das, was dabei als Werk entsteht, schön ist, muss jeder wieder für sich entscheiden.
Was macht einen großen Künstler aus?
Damit ich jemanden einen großen Künstler nenne, muss seine Musik ein Element enthalten, welches einzigartig ist und zwar in so einer Weise, dass es nur sehr schwer mit Elementen anderer Künstlern zu vergleichen ist. Oft kann es sogar Denkanstöße mit sich bringen und so indirekt einen Beitrag leisten, neue Musikrichtungen zu bilden. Dieses Element dominiert den sogenannten Stil. Man sagt ja so schön: “Diese Band muss noch ihren eigenen Stil finden”. Unter Stil darf man nicht die einfache Aufteilung in Obergruppen wie Rock, Pop, Dance usw. verstehen, denn der eigene Stil ist viel filigraner. Er kann in vielen Elementen begründet sein, oft ist es die Stimme, dann die einzelne Spielweise der Musiker, dann das Zusammenspiel der Band. Jedoch muss auch hier jeder selbst entscheiden, wann er einen Stil einzigartig findet und wann er einen Musiker für eine bloße Kopie eines anderen Musikers hält.
Der Stil ist für mich aber nicht alles, was einen großen Künstler ausmacht, denn mit einem sehr schlechten Stil kann man auch einzigartig sein. Wichtig ist demnach auch eine gewisse Popularität und vor allem das Ansehen, welches der Künstler unter seinen Kollegen geniest. Popularität und Ansehen kann man im mathematischen Sinne als Grad der Schönheit der Musik verstehen. Je mehr Leute die Musik als schön bezeichnen, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie es tatsächlich ist. Aber trotz allem ist das Empfinden der Schönheit nichts, was man verallgemeinern sollte, jeder muss selber entscheiden, wann er etwas als schön bezeichnet. Vergessen sollte man auch nicht, dass Popularität nicht nur von der Musik abhängt, sonder auch vom Image.
Von reiner Musik und dem Image
Das Image ist in der heutigen Zeit unglaublich wichtig, um Musik erfolgreich zu verkaufen. Doch was ist das Image? Woraus besteht es? Grundsätzlich besteht es aus einer auditiven Komponente, also der Musik bzw. ihrem Charakter, einem visuellen Element, das Erscheinungsbild des Künstlers, seine Posen, seine Show, und einer inhaltlichen Komponente, wobei man diese wiederum in zwei Kategorien einteilen kann, nämlich den Songtext und sonstige Äußerungen des Künstlers zum Beispiel in Interviews. Vermischt man nun alle drei Eindrücke, erhält man das Image.
Aber auch beim Image läst sich feststellen, dass seine Rezeption ganz unterschiedlich ausfällt. Der eine Rezipient achtet mehr auf die Musik, der andere mehr auf das Visuelle, der nächste mehr auf Inhalte. Spiele man dies auf die Spitze, könnte man schon fast sagen, der musikalisch Unbegabte befasse sich mehr mit dem Visuellen als der Musik. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich dem Jazz und der klassischen Musik vor allem verbunden fühlen, weil sie den elitären und intellektuellen Flair dieser Genres schätzen und nicht weil sie ein großes Verständnis von Kompositionen hätten. Gleiches gilt auch umgekehrt. Warum ist HipHop allgemein in den unteren Schichten unserer Gesellschaft so beliebt? Blues funktioniert auch nach einem einfachen, sich wiederholendem Muster, genauso wie HipHop. Blues ist im Ursprung die Musik der amerikanischen Sklaven, also, wenn auch aufgezwungen, der damaligen gesellschaftliche Unterschicht, der Bildung versagt blieb. Heute ist Blues vor allem in bürgerlichen Schichten beliebt. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, welche Rolle das Image spielt und wie stark der auditive also musische Anteil am Image in den Hintergrund treten kann.
In einem Gedankenexperiment könnte man jetzt mehreren Kandidaten mit verschiedenen Bildungshintergründen Werke verschiedener Musikrichtungen vorspielen. Alle Kandidaten dürften jedoch keinerlei Ahnung von Musik, ja fast noch nie in ihrem Leben Musik gehört haben. Ich wäre gespannt, wer wo seine Prioritäten setzen würde.
Wie gesagt, das Ganze ist ein Gedankenexperiment und auch fraglich, da sich Musikgeschmack meist über eine lange Zeit bildet.
Mein Wunsch ist es nun, dass die auditive Komponente des Images, also die Musik selbst, wieder stärker in den Vordergrund rückt, denn gerade in der heutigen Zeit, durch multimediale Quellen wie Fernsehen und vor allem das Internet, ist es möglich die Musik gerade mit dem Platz einnehmenden, visuellen Element zu koppeln und damit aufzuwerten. Dass dieser Wunsch realitätsfern ist, dessen bin ich mir bewusst.
Mann muss feststellen, betrachtet man die Charts, dass sich vor allem die Images durchsetzten, die am aggressivsten vorgehen: Schrille Klamotten, Gangsterstyle, Protzerei und natürlich Sexualität.
Auf der Strecke bleibt oft, wer ein moderates Image hat.
Mir erschließt sich somit all zu oft der Eindruck, dass das aggressive Image über schlechte Musik hinwegtäuscht und dass wirklich gute Musik dagegen nicht ankommen kann, da sie mehr Wert auf die Musik an sich, als auf Visualität und skandalöse Presseauftritte legt.
Aber damit sind wir wieder am Anfang angekommen. Was ist denn nun qualitative, schöne bzw. gute Musik? Wie gesagt, Geschmacksfrage!
Was ich befürworte, kritisiere und verurteile
Meine Meinung steht, ganz meines Wunsches entsprechend, fest: Je stärker ich den Eindruck habe, dass die Musik im Wesentlichen am Erfolg eines Songs Teil hat, um so stärker befürworte ich sie.
Enttäuscht zeige ich mich dagegen von Musik, die den Anschein erweckt, dass sie passend zu einer Modeerscheinung entsteht und all zu oft nach dem selben Prinzip funktioniert. Eine Musik, die in hohem Maße nicht des künstlerischen Ansatzes, sondern des Geldes wegen im wahrsten Sinne des Wortes produziert wird. Dies ist kommerzielle Musik. Wo aber die Grenze zwischen kommerzieller Musik und Kunst, die ja ebenfalls verkauft wird, verläuft, ist wieder ein Meinung, die sich jeder selbst erschließen muss. Jedoch fällt hier eine Diskussion leichter, da sich Argumente auf die Songstruktur stützen lassen. Ganz nach dem Kriterium, was einen großen Künstler ausmacht: Je einzigartiger die Musik, um so unkommerzieller ist sie, da sie sich nicht nach einem schon vorhandenen, beliebten Prinzip richtet, das schnell von der Masse wieder angenommen wird.
Erwische ich einen “Künstler“, der ein moralisch und ethisch verwerfliches Image hat, so verurteile ich ihn ohne jeden Zweifel, denn hier geht es nicht um Geschmack, sondern um Ethik und damit gesellschaftliche Werte. Rechtsrock wäre hier ein Beispiel. Wann diese Werte jedoch verletzt werden, ist schon fast wieder eine juristische Frage, die eng mit dem Thema der Zensur zusammen hängt.
Zu guter Letzt aber wie immer der Leitsatz: Musikgeschmack ist subjektiv. Gefällt mir ein Song, dann kann er so kommerziell sein wie er will, dann bringt mir auch meine ganze Theorie nichts, Regeln und Gesetze mögen das Handeln der äußeren Welt beschneiden, aber sie können einem nicht die eigene, innere Gefühlswelt vorschreiben!




9 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Sehr interessante Ansätze, muss ich mir die nächsten Tage mal Zeit für eine umfang- und geistreiche Antwort nehmen. ;)
Ist dein musikalisches Interesse eigentlich nur hobbymäßig oder steckst du da noch mehr drin? Auf jeden Fall ein großes Lob für deine Texte!
20.06.09 18:26 Uhr | | Nach oben
Ich mache selbst Musik, da kommen Gedanken und Interesse an dem Thema Musik ganz automatisch. Musik ist lediglich mein Hobby, weder studiere ich es, noch Plane ich eine Kariere in der Musikbranche.
Danke fürs Kompliment!^^
20.06.09 21:26 Uhr | | Nach oben
Ob’s bei mir noch für eine umfangreiche und geistreiche Antwort reicht, kann ich noch nicht sagen.
Erst einmal muss ich die ausführliche Vorgabe sicher noch einmal intensiv durchackern.
Kurz gefasst kann bzw. muss ich sagen, eine Definition für gute Musik gibt es nicht. Dazu sind die einzelnen Stilrichtungen u.ä. viel zu unterschiedlich und eine Aussage oder Festlegung wird immer subjektiv bleiben. Bei mir kommen eigene Empfindungen und teilweise die Stimmung hinzu. Dann kann ich auch mal einen Song, der mich eigentlich grundsätzlich umhaut, nur zum Kotzen finden.
Eines allerdings ist für mich unstrittig: gute Musik hängt nicht von einer Chart - Platzierung ab. Da nervt mich schon sehr Vieles, was sich an oberflächlichem Gedudel gut verkauft, aber für mich mit guter Musik nichts zu tun hat. Ich finde es aber gut, diese Thematik einmal grundsätzlich anzugehen.
Mal sehen, ob da noch mehr Meinungen, insbesondere aber geistreiche Anregungen kommen.
21.06.09 10:18 Uhr | | Nach oben
Ein sehr gut formulierter Artikel, dessen Gedanken ich größtenteils nur bestätigen kann. Hier dann auch ein paar Worte von mir, jemandem, der prinzipiell keine Ahnung von Musik hat und sogar nur recht selten überhaupt welche hört; insofern also eigentlich viel zu unterqualifiziert für eine tiefsinnige Meinung ist…^^ Daher ist der Beitrag auch sehr subjektiv und möglichst wenig verallgemeinernd gehalten.
Wann mir Musik gefällt
Dies ist wohl das, was du unter „Schönheit“ verstehst. Diese setzt sich bei mir aus einem rein intuitiven, subjektiven Teil und einem objektiven, rationalen zusammen (wobei dann auch subjektiv die objektiven „Fakten“ bewertet werden; diese also natürlich nicht bei allen zum selben Urteil führen).
Ob ein Lied gefällt, ist ganz klar erst einmal subjektiv und von der Stimmung abhängig. Und natürlich kann diese Meinung nur die eigene sein und nicht universell gelten. Dies ist theoretisch intuitiv.
Dennoch gibt es neben diesen subjektiven Kriterien eben auch ein paar „objektive“, nach denen man (oft unterschwellig) bewertet und zu seiner subjektiven Meinung kommt. Und da spielen bei mir Umstände wie Vorurteile einer Musikrichtung oder einem Künstler gegenüber zweifelsfrei stark mit hinein, ob nun gewollt oder nicht.
„Objektive“ Fakten
Große Komplexität bzw. großes musikalisches Können ist mir eigentlich recht egal, zumal mir i.d.R. auch einfach das Wissen fehlt, diese wirklich beurteilen zu können. Insofern habe ich mir auch nie Gedanken drüber gemacht, wen ich nun als „großen Künstler“ bezeichnen würde; das ist mir auch schlicht und ergreifend egal.
Einzigartigkeit oder besser gesagt Einfallsreichtum, eine eigene Note, keine Mainstream-Musik… so etwas in der Art hingegen wirkt sich bei mir sehr wohl aus, natürlich auch nur subjektiv bewertet (Vermutlich finde ich etwas total innovativ, was es schon tausendmal gegeben hat, ich nur nicht kenne…). So haben die „Helden“ beispielsweise mit der „Reklamation“ etwas völlig Neues geschaffen, wage ich zu behaupten. Und ich mag selbst „Desert Planet“ (obwohl ich Techno und Elektro eigentlich sonst nichts abgewinnen kann) aufgrund der neuen, lustigen Idee (Dennoch könnte ich mir sie nicht oft alleine anhören – hier wird dann der gesellschaftliche, „unmusikalische“ Faktor sehr deutlich).
Ein weiterer, „objektiver“ Faktor für mich, Musik abzulehnen, ist, wenn sie eindeutig nur produziert wird, um Geld zu machen und somit meist auch sehr austauschbar daherkommt (Lady Gaga und Co.). Und dies ist ja leider bei den meisten Chart-Titeln der Fall. Ein zu aufdringliches Auftreten der Künstler wirkt sich bei mir auch auf jeden Fall auf mein Wohlwollen den Liedern gegenüber aus. „Schrille Klamotten, Gangsterstyle, Protzerei und natürlich Sexualität“ beschreibst du: Ja, das gibt klare Abzüge. Eine unauffällige, natürlich wirkende Band hat auch bei mir gleich Pluspunkte (vermutlich, da der Gedanke an Kommerz, wenn auch manchmal fälschlich, verdrängt wird).
Liedtexte sind mir meist nicht allzu wichtig (zumal mein Englisch auch nicht besonders gut ist und ich da auch oft schlichtweg nicht viel verstehe). Wenn jemand heraussticht und sehr gut mit Worten umgehen kann („Helden“), ist das aber natürlich schon ein Pluspunkt. Und unterstütze ich die Botschaft eines Liedes nicht, werde ich auch das Lied ablehnen.
Natürlich sind die Grenzen bei Allem hier fließend, insofern kann man eigentlich nicht von „objektiv“ sprechen. Klüger wäre es vielleicht, hier von den rationalen und nicht emotionalen Gründen, ein Musikstück zu mögen, zu sprechen.
Musik um des Willens der Musik
Generell kann ich dir nur hundertprozentig zustimmen, wenn du den Wunsch verspürst, dass Musik wieder unabhängiger vom Image des Künstlers, Medienauftritten, Musikvideos etc. gesehen wird. Mir geht es ganz genauso. Und ich denke, auch wenn das sicherlich bei nicht mehr vielen (gerade jüngeren) in der aktuellen Gesellschaft der Fall ist, gelingt mir das recht gut; sehe ich doch keine sog. Musiksender und beschäftige mich wirklich so gar nicht mit Radio oder Medienberichten über Künstler (Insofern danke für deine Chartreviews; ich habe noch von keinem der Lieder/Künstler vorher etwas gehört^^). Von daher höre ich meist Musik völlig ohne irgendwelche Assoziationen zum Künstler.
Geschmack nur durch frühe Prägung?
Ich denke, man wird einfach viel zu stark von seiner Umgebung beeinflusst. Als Kind bekommt man beispielsweise mit, dass „Rock“ toll, „HipHop“ doof sei (Familie, Freunde, Medien etc.) und das sitzt dann erst einmal drin. Und reflektiert man später darüber, warum man z.B. HipHop ablehnt, fragt man sich, ob „Mir gefällt die Musik nicht“ lediglich darin begründet liegt, dass man es so von seiner Umgebung mitbekommen hat.
Ich könnte dann für meinen Teil zwar begründen, dass ich das Image dieser HipHop-Bands, dieses Prollogehabe und die sexistischen Texte und dergleichen nicht befürworten kann und deshalb diese Musikrichtung nicht mag. Aber auch, wenn das oft zutrifft, kann man dies ja eigentlich nicht verallgemeinern und ich bezweifle, dass mir ein HipHop-Stück gefallen würde, wenn der Künstler unauffällig, gesittet und mit für mich interessanten Texten daherkäme. Und dies kann dann ja eigentlich nur wieder an der Prägung liegen, die mich diese Musikrichtung ja generell ablehnen lässt.
Allerdings wäre ich inzwischen wohl in der Lage, zuzugestehen, dass ich ein solches Lied aus subjektivem Empfinden ablehne, es aber nicht pauschal aufgrund von Vorurteilen tu.
Musikrichtung als Spiegel der inneren Einstellung
Ich denke, dass das Image eines Genres eine große, ebenfalls wohl eher unterschwellige Rolle spielt, ob man ein Musikstück mag.
Will ich eher zu den Hippies mit Alternativ-Rock gehören oder lässig mit HipHop und Sonnenbrille chillend im Auto abhängen? Stempele ich mich nicht automatisch zum suizidgefährdeten Grufti ab, wenn ich Gothic- und Emo-Rock toll finde? Was wird man von mir halten? Bin ich dann vielleicht cool, weil inzwischen ein Großteil in meiner Klasse so genannte Emos sind?
Erschreckender Weise ist gerade die Tendenz bei Jugendlichen zu erkennen, dass das Image der Band und das Umfeld (Was ist gerade in?) zu geschätzten 90% ausschlaggebend dafür ist, was gehört wird. Und momentan ist dies nun einmal größtenteils HipHop; nicht nur in den unteren Schichten, auch an Gymnasien kann man diese Tendenz erkennen und ich halte sie für eine Tendenz von Jugendlichen, die sich bewusst so von Älteren abgrenzen wollen (Rock war vermutlich früher das jugendliche, neue, wilde Unabhängige; inzwischen ist es „alt und langweilig“).
Mir ist ein Marilyn Manson oder Rammstein unabhängig von allem anderen unsympathisch aufgrund des Auftretens. Würde ich die Musik sonst mögen? Wer weiß.
Dies ist natürlich alles sehr subjektiv und ich respektiere die Meinung von anderen; denke aber, dass mit gewissen favorisierten Genres (zumindest auf einer Metaebene wie Rock vs. HipHop vs. Techno etc.) auch eine gewisse moralische und charakterliche Einstellung transportiert wird. Wenn auch teilweise sicherlich ungerechtfertigt.
Fazit
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich für Neues, Experimentierfreudiges eher offen bin und generell alles, was Abseits vom Mainstream und den Medien liegt, eher mögen würde und versuche, nur auf die Musik und nicht das Drumherum zu achten. Ich glaube aber, dass erschreckend viele gesellschaftliche und mediale Einflüsse bei den Meisten dazu führen, ein Lied zu mögen oder abzulehnen.
21.06.09 17:08 Uhr | | Nach oben
@ THREEPWOOD: Das ist kein Kommentar, das ist ein sehr konstruktiver Artikel! Ausgezeichnet, denn wie mir scheint, bringt das die ganze Debatte zu einer ganz neuen Frage: Wie sieht die Entscheidungsfindung zur Bewertung von Musik aus? Oder auch anders ausgedrückt: Welche Größen bestimmen die Entscheidungsfindung? Ein paar deiner Ideen aufgegriffen habe ich mir erneut ein paar Gedanken gemacht.:
Das Subjekt in der Mitte mit charakterlichen Neigungen
Wie bei einem Schaubild muss man sich in der Mitte das Subjekt, eben den Teil der Persönlichkeit vorstellen, welcher eine Entscheidung treffen muss bezüglich des Songs, mit dem man sich beschäftigt. Um das Subjekt ordnet man nun die Einflussgrößen an. In welchem Rahmen das Subjekt nun welche Einflussgrößen mit in den Entscheidungsprozess einbezieht, hängt im genetischen Sinne von seinen Neigungen und Schwächen gegenüber diesen ab, kurz seinen charakterlichen Eigenschaften.
Das Milieu
Ganz nach dem Freudschen Model des Über-Ichs (um jetzt mal wieder ein wenig philosophisch zu werden) hat THREEPWOOD hier den Einfluss der Eltern und anderer, prägender Instanzen aufgeführt, was meines Erachtens eine sehr große Rolle spielt (siehe mein Blues-HipHop-Beispiel). Diesen Einfluss möchte ich in zwei Kategorien einteilen: Zum einen existiert ein Langzeitmilieu, welches zum Beispiel die elterliche Prägung umfasst, lange Freundschaften oder einen langen Aufenthalt in anderen Lebensgemeinschaften. Die zweite Kategorie ist das Kurzzeitmilieu, welches beinhaltet, in welcher Situation und in welcher Art man mit dem Song konfrontiert wird. Hier mischt sich ein positives oder negatives Gefühl mit der Musik und wertet sie somit auf oder ab: feiert man gerade eine ausgelassene Party, bei der jeder Song Spaß macht? Ist man gerade im Urlaub und hört einen Song im Radio? Trift man Leute, die man bewundert und auf deren Musikgeschmack man sich eher einlässt, als im Normalfall? Oder möchte man seine Ruhe haben und der Nachbar beschallt einen mit seiner Anlage? Beide Milieus prägen einen im subjektiven Empfinden, wobei ich zu behaupten wage, dass das Langzeitmilieu dies in einem größeren Maße tut. Sicherlich ist die Stärke des Einflusses des Kurzzeitmilieus aber auch von der Offenheit des Charakters an sich abhängig.
Die rationalen Entscheidungskriterien bzw. objektiven Fakten
Die Prägung des Langzeitmilieus spielt auch eine Rolle im Bezug auf die von THREEPWOOD aufgelisteten objektiven bzw. rationalen Entscheidungskriterien, die auch das Subjekt in seiner Entscheidungsfindung beeinflussen. Ich halte es für sehr gut möglich, dass einem die Aufmerksamkeit für diese objektiven Entscheidungshilfen anerzogen werden kann. Wie stark man sie jedoch im Entscheidungsprozeß berücksichtigt, ist wieder eine charakterliche Frage, die von Mensch zu Mensch verschieden ist. Die objektiven Fakten, sind, da es sich nun mal um Fakten handelt, auch die einzige Grundlage, um rationale Argumente in die Diskussion um die Einschätzung eines Musikstückes einfließen zu lassen. Zu mindest in Sachen Komplexität und Inhalt kann man sich auf die Partituren und Texte stützen. Ob man nun in diesen eine besondere Leistung sieht, ist wieder eine subjektive Einschätzung, die natürlich auch wieder von der Prägung und dem ganz eigenen Charakter abhängen kann.
Das Image und die Bedeutung von Trieben
Und auch bei dieser Einflussgröße spielt wieder das Milieu und natürlich die charakterliche Neigung eine Rolle. Bin ich jemand, der Krawall liebt und dessen bewunderter Vater gerne mal aus seinen Zeiten als Punker erzählt, dann ist Punk einfach nur Klasse. Bin ich jemand, der Gewalt verabscheut und dessen Vater einem früh das besondere an Literatur nahegebracht hat, dann neigt man eher zur Klassik. Wie auch immer, das Image spielt eine große Rolle. Hier möchte ich auch noch eine kleine Ergänzung geben zum Thema Sexualität im Image. Denn gerade die Sexualität spricht etwas in uns an, dem wir selbst mit den besten rationalen Argumenten nicht widersprechen können. Wir können so laut bedauern wie wir wollen, dass so ein Image plump und einfallslos ist, unser Libidotrieb ist angesprochen und riskiert im Zweifelsfall eher einen Blick zu viel als zu wenig. Koppelt man nun Musik mit aufreizenden Bildern, so assoziiert man später ohne die Bilder und nur mit der Musik trotzdem die Erfahrung der vorher in Verbindung gesehenen Bilder (ähnliches Phänomen tritt auch beim Kurzzeitmilieu auf). Ich bin davon überzeugt, zumal es so manche Menschen in Deutschland gibt, die auf englische Lyrics nicht achten, dass Songs wie “Poker Face” in Diskos beim Tanzen genau deshalb die richtige Wirkung erzeugen, um sich seinem gegenüber zu nähern. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass die Musik durch zum Beispiel anzügliches Stöhnen auch seinen Teil beiträgt. Ein gutes Beispiel wäre hier übrigens Marilyn Monroes Geburtstagswünsche an John F. Kennedy, auch wenn man die in heutigen Diskos partout nicht mehr spielt. Wie stark man nun seinen Trieben nachgibt, ist vermutlich auch genetisch bzw. durch Charakterzüge bedingt, asketische Erziehung halte ich bei so einem starken Trieb eher für unwirksam, sie verhilft einem zu Disziplin, aber eher weniger, die eigene Natur zu verändern.
Die Musik und die Folge für das Verständnis von Musik
Da ist sie, sie, um die es eigentlich geht. Im Idealfall sähe es so aus, dass alle anderen Einflussgrößen, bis auf vielleicht ein paar rationale Entscheidungskriterien, wegfielen und sich das Subjekt einfach nur mit der Einflussgröße Musik beschäftigte. Gemäß den charakterlichen Neigungen würde dann die Entscheidung fallen. Dass das natürlich absolut unmöglich ist, dem bin ich mir bewusst, aber trotzdem kann es nicht schaden, wenn man sich allen anderen Einflussgrößen, denen man ausgesetzt ist, bewusst ist und zu mindest im Ansatz versucht, sich von ihnen frei zu machen, wenn es darum geht den Musikgeschmack anderer nachzuvollziehen oder möglichst unvoreingenommen unbekannten Songs zu begegnen.
Fazit
Welche Einflussgrößen man wie stark am Entscheidungsprozess Teil haben lässt, ist vor allem abhängig vom eigenen Charakter und durch die, von THREEPWOOD aufgeworfene, Prägung, die ich als Langezeitmilieu umschrieben habe. Am Ende steht das Subjekt aber allein mit seinem Charakter im Zentrum, denn von ihm selbst hängt wiederum ab, wie stark es sich nun prägen lässt und wie stark es nun andere Meinungen hinterfragt. Das Hinterfragen mag einem als Kind schwer fallen, als Erwachsener sollte es aber stärker ausgeprägt sein. Ein Punkt der ganz bestimmt nicht nur für die Musik gilt! Im Übrigen muss ich feststellen, dass das Ganze hier immer weiter von der Musik in die Anthropologie abdriftet, darum halte ich ein paar der oberen Thesen auch für allgemein gültig, nicht nur für die Musik.
21.06.09 22:40 Uhr | | Nach oben
Holla, was geht denn hier inzwischen ab? ;)
Ok, dann fällt meine “Langfassung” im Verhältnis wohl doch recht kurz aus.
Wie auch bei Filmen glaube ich daran, dass es objektiv gute Musik gibt, man aber immer subjektiv auswählt. Mir kann keiner sagen, dass Sidos Fäkalsongs irgendwie gut sein können, nur weil sie die Unterschicht bedienen. Andererseits ist meine Vorliebe für Silbermond, Christina Stürmer oder Wonderwall objektiv auch sicher nicht mit einem “guten Musikgeschmack” gleichzusetzen, trotzdem gefällt es mir.
Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst Musik mache und deutsch singe, dass mir in erster Linie deutsche Texte und Songs gefallen, die man auf akustischer Gitarre schön mitklimpern kann. Daher kann ich weder mit Hip-Hop noch mit Heavy Metal was anfangen. Aber “Die Fantastischen Vier” und “Metallica” haben coole Songs gemacht, ein komplettes Ablehnen bestimmter Stilrichtungen ist meiner Ansicht nach also auch Quark.
Ich hatte sogar meine Schlagerphase und selbst Take That oder die Spice Girls haben das ein oder andere schöne Lied gemacht. Es ist also ebenso lächerlich, aus Prinzip gegen die massentaugliche Musik zu sein, auch wenn ich es ebenfalls traurig finde, dass es sich gefühlt um ein Minimum an guter Musik handelt, die es wirklich noch hoch in die Charts schafft. Aber da ich ja sowieso die Meinung vertrete, dass die Menschen immer dümmer werden, sich das Unterschichtenniveau immer weiter ausbreitet und die Medien sich genau darauf ausrichten, passt mir das auch gut zusammen. Leider…
Daher würde ich aber insgesamt etwas anders herangehen. Meiner Meinung nach hört jeder seine Musik, jeder Musikgeschmack ist anders und viele haben gar nicht so viel musikalisches Gespür, dass sie ein gut arrangiertes Lied von einem primitiven Ohrwurm unterscheiden können. Aber jeder sollte nicht unbedingt seinen Musikgeschmack sofort mit guter Musik gleichsetzen, jeder darf seine Musik gut finden, sollte aber nicht gleich behaupten, dass sie wirklich gut wäre.
Man erkennt recht schnell, ob jemand wirklich Musiker aus Überzeugung ist oder nur zum Geldmachen oder für die Musikindustrie seine Sachen produziert. Es gibt Stimmen und Musiker, die sich von der Masse abheben und es gibt Einheitsbrei, der sich allerdings oft besser verkauft, weil er massentauglicher ist. Allerdings sollte sich niemand wegen seines Musikgeschmacks schämen oder sich aufgrund von Gruppenzwang beeinflussen lassen, weder für noch gegen einen Song.
Und es stimmt wohl auch, dass die Stimmung etwas mit dem persönlichen Musikgeschmack zu tun hat, ich höre “Cranberries”, wenn ich mies drauf bin, oder “Wonderwall” zur Beruhigung, aber beides sonst selten einfach so.
Ich hatte meine Phase mit “Queen” und meine Phase mit Michael Jackson, als ich klein war, heute weiß ich, dass beide sehr coole Songs gemacht haben, aber ich höre beides sehr selten. Und jo, auch wenn Michael Jackson heute nur noch selten mit seiner Musik in Verbindung gebracht wird, “Thriller” und “Bad” sind weiterhin großartige Alben!
Hmm, irgendwie drehe ich mich im Kreis… ;)
Also, Musikgeschmack ist immer subjektiv und doch sollte man schon ansatzweise objektiv beurteilen, ob die Musik wirklich gut ist oder einfach nur in eine subjektive Laune oder zum Gruppenzwang passt.
Grundsätzlich ist das aber alles egal, wenn man Musik mag, sie einen unterhält und vielleicht sogar gefühlsmäßig beeinflusst, ist das doch die Hauptsache!
22.06.09 12:04 Uhr | | Nach oben
“Der Schwierigkeitsgrad sichert in gewisser Weise jedoch die Einzigartigkeit eines Musikstücks, da es schwerer ist, ein solches zu kopieren.”
zur einzigartigkeit: der schwierigkeitsgrad selbst hat damit nicht wirklich was zu tun, das wäre nur dann der fall, wenn ein künstler es schaffen würde, etwas zu spielen, was niemand anders spielen kann … z.B. was die geschwindigkeit angeht. es geht viel mehr darum, “WIE er spielt”. Wie interpretiert er sein eigenes stück, welche emotionen fließen mit ein und wie stark ist sein “verkäufer-gen” entwickelt…wie verkauft er sich ans publikum?
dazu kommt dann noch der sound seiner musik. sprich (neue?) effekte die er benutzt, wie er sie benutzt…andersartige tonfolgen– kann ja alles mögliche sein.
“Der Stil ist für mich aber nicht alles, was einen großen Künstler ausmacht, denn mit einem sehr schlechten Stil kann man auch einzigartig sein. Wichtig ist demnach auch eine gewisse Popularität und vor allem das Ansehen, welches der Künstler unter seinen Kollegen geniest.”
erstmal…es gibt keinen schlechten stil- der ist nämlich auch subjektiv ;)
ein gitarrist kann eine schlecht entwickelte technik haben…niemals einen schlechten stil.
zu deinem anderen ansatz… legst du als musiker großen wert darauf, immer schön von allen anderen künstlern gelobt/anerkannt zu werden? ich sage mir und den anderen lieber: ich lebe meine musik…völlig egal ob sie euch passt oder nicht.
was diese ganze “musik ist subjektiv”-geschichte angeht… das wissen wir doch schon alle seit jahren - - wir mögen das nur nicht gerne zugeben ;)
ansonsten… kann man den größten teil so stehen lassen denke ich ;)
der größte teil davon ist halt subjektiv :P
24.06.09 18:16 Uhr | | Nach oben
@ ETHNO
Der Schwierigkeitsgrad hat sehr wohl etwas mit der Einzigartigkeit eines Musikstücks zu tun, wie du ja auch mit deinem Schnelligkeitsbeispiel beweist. Niemand hat erwähnt, dass es sich hierbei um den einzigen Baustein handelt, der ein Musikstück einzigartig macht. Es ging in dem Absatz zudem auch nicht um die Einzigartigkeit, sondern um die Komplexität eines Musikstücks, die somit “in gewisser Weise jedoch die Einzigartigkeit eines Musikstücks” sichert. Ob nun Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Eric Clapton, ohne ihr technisches Können (sprich Schwierigkeit, denn nicht viele Leute können behaupten, dass sie so versiert sind an der Gitarre) hätten sie niemals in solch einer Art ihre Emotionen in ihre Musik einbringen können und damit ist ihre komplexe Technik wichtiges Fundament für ihre Musik und die Artikulation ihrer Emotionen und sichert damit in gewisser Weise die Einzigartigkeit der Musik.
Das Einbringen von Emotionen ist natürlich unheimlich wichtig und natürlich auch eine Art Fingerabdruck jedes einzelnen Künstlers, darin stimme ich dir voll und ganz zu! Komplexität und die ganz eigene Art der Vermittlung von Emotionen müsste man somit unter der Überschrift “Was sichert Einzigartigkeit?” zusammenfassen. Aber ganz nebenbei sind wir nicht alle Individuen? Der Begirff “Einzigartigkeit” ist von mir also falsch gewählt worden. Die überschrift müsste also eher lauten “Was führt zu einem schwer zu kopierenden (kopieren im Sinne von annähernd gleich und nicht im Sinne von klonen) Stil?”
Es ist keineswegs falsch, wenn man als Künstler gelobt werden möchte (ein wenig Eitelkeit besitz wohl jeder Mensch)! Mit keinem Wort habe ich erwähnt, dass man sich dem Willen seiner Kollegen beugen sollte, da dies zumeinst auch nicht zu Respekt und Annerkennung führt, sondern lediglich zu bloßer, herabschauender Akzeptanz. Hier auch nochmal mein Verweis auf den Stil bzw, das tragende Element eines Stils, “welches einzigartig ist und zwar in so einer Weise, dass es nur sehr schwer mit Elementen anderer Künstlern zu vergleichen ist.”
In den allermeisten Fällen, bekommt man dann Annerkennung, wenn man, wie du sagst, sein eigenes Ding macht, denn wo sonst soll auch dieses Element herkommen? Authentizität ist das A und O. Unter anderem auch deshalb, so vermute ich, wird Tokio Hotel von vielen so missachtet, da ihr ganzes Image meines Erachtens “produziert” wirkt, also nicht ihrem naturell, sondern lediglich einer Marktstrategie entspricht. Ich betone “wirkt”, denn wenn es wahrhaftig ihrer Idee von Musik entspricht, dann tue ich der Band mit diesem Beispiel Unrecht.
“ansonsten… kann man den größten teil so stehen lassen denke ich ;)
der größte teil davon ist halt subjektiv”
Ganz nach Max Weber: “Was heißt hier Objektivität?”. Selbst wer versucht okjektiv zu sein, kann es nicht sein, da er von subjektiv beanspruchten Werten geleitet ist. Eine möglichst große Anzahl an Meinungen führt im wissenschaftlichen Diskurs zu einer Art Kompromiss, der wohl der Objektivität am nächsten kommt. In der Mitte liegt meist die Wahrheit.
24.06.09 19:40 Uhr | | Nach oben
mmh dann hätt ich meine erste stellungsnahme doch so stehen lassen sollen. in der hätte ich dir nämlich auch die frage gestellt, ob du den ( *löffel milchreis* ) schwierigkeitsgrad als einziges mittel zur einzigartigkeit ansiehst.
Dann! wäre man nämlich mitten in I.Robot, wo es u.a.um differenzen zwischen mensch und maschine geht. ;P
es stellt sich die frage, in welchem rahmen du kopieren möchtest. willst du einfach die noten nachspielen oder willst du VERSUCHEN zu erahnen, welche emotionen hinter ton und text verboren liegen. wunderbar, wie einfach man sich hier von einer liane zur anderen schwingen kann, weil alles so vernetzt miteinander ist. :)
“Mit keinem Wort habe ich erwähnt, dass man sich dem Willen seiner Kollegen beugen sollte” - hast du nicht direkt. Mit deiner ergänzung hier wird alles klar, ohne ist es halt einfach zu schwammig. Z.B. hab ich auch nie ein wort darüber verloren, dass sich der musiker “beugen soll” ;) ebenfalls wischi-waschi - von mir.
tokio hotel leben in einer art symbiose mit kleinen(und etwas größeren) pubertären mädchen :D zusammenleben zu gegenseitigem nutzen? :D:D
24.06.09 23:39 Uhr | | Nach oben
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