wackenLange hat es gedauert, aber hier kommt er nun: Der Bericht zum 20. Jährigen Jubiläum des Wacken Open Airs genau nach dem Motto: Faster, Harder, Louder.

Es begann an einem Dienstag Morgen, mit viel Gepäck unter den Armen ging es auf zum Lübecker Hauptbahnhof, um dort auf die restlichen Gefährten zu warten. Es war kurz nach 9, Zeit für ein Blechbrötchen. Gegen 10:30 Uhr waren wir (voll)ständig und begaben uns in den Zug, der uns nach Hamburg bringen sollte. Auf dem Weg dorthin stieg uns in Bad Oldesloe ein weiterer Gefährte hinzu, der uns an den nächsten Tagen noch viel Freude bereiten sollte.

Nach etlichen Umstiegen waren wir dann in Itzehoe, von wo es dann mit dem Shuttlebus nach Wacken ging. Halbe Stunde später kamen wir dann auch endlich an. Gegen eine Campinggebühr von 5 € durften wir schon mal den Campingplatz unsicher machen, freigegeben waren die Campingplätze an sich erst am folgenden Mittwoch. Die 5 € hatten dann doch schon viele Leute bezahlt, denn viele Plätze waren schon voll. Im Endeffekt hat es uns dann auf Platz E gebracht, man brauchte ca. 15 Minuten bis zum Festivalgelände, von daher kein großes Problem.

Der erste Tag wurde mit Bierkonsum und Zelte aufbauen verbracht. Dank des großen Bierkonsums folgte auch sofort der Weg zum legendären Edeka-Markt, um einen entsprechenden Vorrat an Bier und Konserven einzukaufen. Gab es noch was Spannendes? Nein, von daher auf zum nächsten Tag.

Der Mittwoch Morgen brach an, schlafen war sowieso fast unmöglich, da unsere „Nachbarn“ ihre Musik ohne Unterbrechung auf voller Lautstärke laufen ließen. Es wurde also Zeit für ein Bier und Brot. Perfekter Start in den Tag, mal abgesehen davon, dass die Campingplätze über Nacht sehr gefüllt wurden sind und es ein wenig geregnet hat. Da das Wetter am Morgen sehr gut war und das Festivalgelände erst am Nachmittag geöffnet wurde, beschlossen wir uns zum Schwimmbad zu fahren. Dort war es doch sehr gemütlich, schöne Wiesen, große Schwimmbecken. Eins für Schwimmer, eins für Nicht-Schwimmer. Und gerade im Nichtschwimmerbecken war es äußerst witzig. Wann erlebt man mal eine Wall of Death oder eine Circle-Pit im Schwimmbad? Sowas gibt’s nur in Wacken.

Am Nachmittag waren wir dann wieder zurück beim Campingplatz und beschlossen uns dann mal zum Metal Markt zu gehen. Hier waren Händler aus aller Welt, um Merchandise aller Art zu verkaufen. Nebenan war der Medieval-Markt, wo man sich reichlich Sachen und Mahlzeiten kaufen konnte, die mit dem Mittelalter zu tun haben. Feine Sache. Zurück am Campingplatzgelände ging es dann mit Essen und Bierkonsum weiter. Unser Hannes war schon reichlich zugetrunken und hat recht viel lustigen Mist erzählt und uns somit den ganzen Abend unterhalten.

Was eigentlich an einem Festival das wichtigste ist, sind die Bands. Am Donnerstag ging es dann endlich mit den ersten Interpreten los. Pünktlich um 17 Uhr befanden wir uns vor der Black Stage, einer der Hauptbühnen des Festivals. Schandmaul war die erste Band, die ich mir dann angeschaut habe und es hat Spaß gemacht. Einzig die vielen Crowdsurfer haben ein bisschen gestört, aber gehört ja auch irgendwie dazu. Mit „Vogelfrei“ und der „Walpurgisnacht“ beendeten Schandmaul ihr Set und da merkte man, wie schnell so eine Stunde vergehen kann. Großartige Leistung, Verspieler konnte ich keine feststellen.

Weiter ging es dann mit Stephan Weidner, auch bekannt als Der W, auf den ich mich die meiste Zeit freute, auch wenn ich ihn schon 2 mal in diesem Jahr live gesehen hatte. Es ertönten die ersten Klänge von „Der W, Zwo, Drei“ und das Publikum war schon am jubeln. Die Setlist war gut gewählt, jedoch fehlte mir ein Song wie kein anderer „Zwischen Traum und Paralyse“. Aber vielleicht ist dieser für Wacken auch nicht unbedingt angebracht. Es soll ja schließlich abgehen und nicht getrauert werden. Wie auch schon in Berlin, war auch hier Nina C. als Gastsängerin bei dem Lied „Bitte töte mich“ am Mikrofon und auch gab es zum Schluss wieder die rockige Variante von „Gewinnen kann jeder“ und „Pass(t) gut auf dich (euch) auf. Super-Auftritt, aber viel Zeit zum Applaudieren blieb nicht, denn gut eine Stunde später vergab Stephan Weidner noch Autogramme. Und so wartete man und wartete und wartete… bis er dann endlich auftauchte. Ein kurzer Schnack war auch noch drin und somit ging man doch hocherfreut zurück zum Campingplatz, aber auch nur um die Autogrammkarte gut zu verstauen.

Und schon ging es wieder zurück zum Festivalgelände. Nächste Band war dann Lacuna Coil, wenn ich mich recht entsinne. Es wurde viel gespielt vom neune Album „Shallow Life“ aber natürlich auch die Klassiker wie „Fragile“ oder „Swamped“. Noch interessanter an dem Abend war aber der hochkarätige Headliner „Heaven & Hell“. Eine Besetzung aus 2 ehemaligen und 2 aktuellen Mitgliedern der legendären Band „Black Sabbath“, mit Ronnie James Dio am Gesang. Gespielt wurden somit viele Klassiker aus den damaligen Black Sabbath-Zeiten, aber auch viele vom neuen Album. Ronnies Stimme ist immer noch so genial wie damals vor 30 Jahren. Großartiger Auftritt. Nach Heaven & Hell war dann auch Feierabend für den Donnerstag, ab ins Zelt und eine Mütze Schlaf holen.

Der Freitag brach an und ich musste viele Bands anschauen. Somit war ich schon um 11 Uhr wieder vor der Bühne, um von der Black-Metal-Band „Vreid“ aufgeweckt zu werden. Einmal kurz vom Gelände runter, kam erst ab 22 Uhr in Frage. Absolutes Highlight an dem Tag war das Meet & Greet mit Epica sowie deren Auftritt auf der Party Stage. Der Sound war klasse, die Stimme von Simone Simon wie immer bezaubernd und die Instrumente klar wie reines Wasser. Qualität wie man sie von Epica gewohnt ist. Die Stunde war auch leider ruckzuck wieder vorbei.

Zum Schluss musste man sich dann wieder entscheiden, ob man noch mal alles geben will bei Amon Amarth oder den Abend ruhig ausklingen lässt mit ASP. Ich entschied mich dann für den ruhigeren Pfad und bereue es nicht. Um 4 Uhr war man dann auch wieder im Zelt und schlief in den letzten Tag hinein.

Diesmal ging es erst um 13 Uhr für mich auf’s Festivalgelände. Rage durften die True Metal Stage unsicher machen und hatten bei fast jedem Song einen Gastmusiker dabei gehabt, u.A. auch Eric Fish von Subway To Sally. Viel von der Band hab ich leider nicht gesehen, da ich noch viel Zeit auf dem Klo verbracht hatte, falls es wen interessiert ;).

Nach Rage gab es erstmal etwas zu essen. Bei den Preisen lohnte sich im Prinzip nur ein Döner. Gut gestärkt wartete man auf Testament, die Oldschool-Thrasher. Es hat sich wahrlich gelohnt die Band anzuschauen, denn drauf haben die es allemal. Einzig dem Sänger mangelt es ein bisschen an Bewegung auf der Bühne. Daraufhin ging es dann mal wieder zum Meet & Greet Stand. Ja Testament auch getroffen, wie demzufolge auch noch Heaven Shall Burn und Subway To Sally.

Während des M&G’s von Subway To Sally musste ich mir zwangsweise Bullet For My Valentine anhören. Und was soll ich dazu sagen, ich war ein wenig begeistert. Ihre Instrumenten beherrschen sie mittlerweile, shouten kann der Sänger nun auch, aber beim klaren Gesang hapert es leider noch. Nun gut, mal abwarten, was aus denen noch wird.

Erwähnenswert ist auch der Auftritt von Machine Head. Nachdem ja Phil Demmel wieder ohnmächtig wurde auf dem Sonisphere Festival eine gute Woche vorher, war es noch fraglich, ob die Band überhaupt auftreten würde. Aber das ging dann zum Glück doch klar. Erstaunlich war, dass nach über 2 Jahren mal die Setlist geändert wurde. Diesmal ging es sofort mit „Imperium“ los. Als Ballade entschied man sich diesmal für „The Burning Red“. Geile Sache, den Song wollte ich schon immer mal live hören. Traditionell wurde das Set mit „Davidian“ beendet.

Zum Abschluss des Festivals spielte mal wieder Subway To Sally, auch wenn es nur eine Stunde war. Leider viel zu kurz. Anstatt Julia und die Räuber spielten sie „Wacken Lands“ mit Gastmusikern von Rage, was sehr viel Spaß gemacht hat. Nach einer Abschiedsrede von Eric Fish war es dann auch vorbei, das Wacken Open Air 2009. Unsereins ging direkt zum Campingplatz, um alles abzubauen und abzuhauen, denn eine weitere Nacht im Zelt wäre mehr als unnötig gewesen, da ist man lieber schon früher zuhause und gibt sich eine gründliche Dusche und dann ab ins bequeme eigene Bett.

Da ich nicht viel vom Geschehen vom Campingplatz berichtet habe, hab ich noch einen Tipp für euch. Auf www.wackentube.com gibt es zahlreiche Bilder und Videos vom Festival- und Campingleben. Auf das wir uns nächstes Jahr dort wieder sehen – Rain or Shine.

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