wrb1Mindestens einmal im Jahr nimmt man es sich schonmal vor einen längeren Weg zu einem Event vorzunehmen. Am 30.05.09 war es einer dieser Tage, denn es ging nach Berlin zum Wacken Rocks Festival. Die Entscheidung fiel bei der Bekanntgabe des Line-Ups, welches D-A-D, Heaven Shall Burn, Volbeat und Der W als Headliner mit sich brachte.

Um 8 Uhr morgens ging es dann los zum Edeka, das Niveau hat sich in der Tür verfangen und so kauften wir zwischen all den Rentnern sehr viel Bier und sonstige Verpflegung ein. 8:50 Uhr fuhr der Zug dann ab und das erste Bier wurde geöffnet. In Lübeck sprangen dann auch die Werder Bremen –Fans in den Zug, da ja auch in Berlin das Finale des DFB-Pokals stattfand. Entsprechend voll wurde es, aber auch die Stimmung stieg darauf aufs höchste an. Wenn man mal auf’s Klo musste, durfte man sich anstellen. Da haben es sich einige Leute leichter gemacht und sind in der Zeit, in der der Zug stehen blieb, ausgestiegen und haben draußen ihr Geschäft verrichtet.

Gegen 13 Uhr sind wir dann in Berlin angekommen und haben uns die Zeit mit dämlichen Scherzen vertrieben. Spandau ist übrigens mit Abstand eines der langweiligsten Stadtteile überhaupt wie wir feststellen durften.

Gegen 16 Uhr war dann endlich Einlass und wir betraten die Zitadelle. Im Innenhof standen dann die Bühne und jegliche Fress- Trink- und Merchandisebuden. 17:30 Uhr ging es dann endlich los mit D-A-D. Musikalisch haben die uns alle nicht vom Hocker gehauen, aber Stimmung konnten sie ordentlich machen. Vor allen Dingen der Bassist konnte am Ende auftrumpfen mit seinem Helm, aus dem viele Funken rauskamen.

Als die Band die Bühne verließ, fing es langsam an zu regnen. Typisches Wacken-Wetter eben. In Wacken selbst regnet es auch mindestens einen Tag durch beim 3-Tage-Festival. Als Heaven Shall Burn anfing zu spielen, ging es dann erst richtig ab. Der Regen wurde stärker, die Musik wurde lauter, denn Heaven Shall Burn sind eindeutig Deutschlands Elite im Bereich des Metalcores. Es begann mit dem epischen Intro „Awoken“, welches „Endzeit“ einleitete. Aus Solidarität hat der Sänger sich eine Flasche übergegossen, da die Zuschauer alle komplett durchnässt waren, dank dem Regen. Beim Song „Voice Of The Voiceless“ kam die große Wall Of Death zustande, bei der viele Leute leider viel zu früh losgelaufen sind und auch von allen Seiten kamen. Eine Circle Pit war auch noch dabei, diese war jedoch, wahrscheinlich aufgrund des Regens, nicht ganz so groß und heftig. Nach 45 Minuten war es leider auch schon vorbei, aber auch Regen hörte auf.

Wie es der Zufall so wollte, begann der Regen wieder als Volbeat angefangen hatten zu spielen. Volbeat, die eine Mischung aus Rockability und Heavy Metal spielten, konnten auch bei Regen das Publikum ordentlich einheizen. Bei den Jungs merkte man, dass sie wirklich Spaß am Spielen hatten. Klasse Auftritt, auch wenn dieser leider nur eine Stunde anhielt.

Und auch wieder hörte der Regen auf, man konnte es schon fast als eine Verschwörung vernehmen und hoffen, dass es beim Weidner nicht auch wieder losging, allerdings konnte man Entwarnung geben, denn die Regenwolken hatten sich zum Glück verzogen und somit war es den restlichen Abend trocken.

Stephan Weidner gab dann zum Schluß nochmal alles und auch die letzten Onkelz- und Weidner-Fans kamen nach vorne gestürmt. Der W spielte über 1,5 Stunden. Entsprechend kamen alle Songs aus seinem einzigen Album „Schneller, Höher, Weidner“ und alle B-Seiten in der Setlist vor. Los ging es wie gehabt mit “Der W, Zwo, Drei”, sein Song “Zwischen Traum und Paralyse” hat ihn wieder mal mitgenommen und die Stimme verschlagen, fast hätte er noch angefangen zu weinen. Wie schon damals bei den Onkelz, liegen ihm viele Texte noch sehr nahe.

Beim Song „Bitte töte mich“ holte Stephan Weidner die Nina C. Alice auf die Bühne, die auch schon auf dem Album das Duett mit ihm sang. Passend zum DFB-Pokale kam auch ein Fußball-Lied vor. „Gewinnen kann jeder“, welches man von den Nordend Antistars kennt, spielte der W in einer rockigen Variante, welche sehr gut beim Publikum ankam. Als Zugabe spielte er Geschichtenhasser, bei dem sich der Gitarrist im Intro schön verspielte, aber das hatte niemanden davon abgehalten weiter zur rocken. Zum Schluß gab es dann „Pass gut auf dich auf“, wo Stephan noch seine Band vorstellte und jeder von denen nochmal zeigen konnte, was in ihnen steckte. Mit den Worten „Passt gut auf euch auf“ verließ der Weidner der Bühne und die Fans konnten mit einem strahlenden Lächeln vom Gelände gehen oder zur Aftershow Party im Burginneren.

Für mich persönlich war es ein sehr gutes Festival, ohne den Regen wäre es perfekt gewesen. Der Weidner hatte meiner Meinung nach den besten Auftritt hingelegt. Einzig D-A-D fand ich von der Musik her nicht so überzeugend wie alle anderen. Schön, dass es noch solche kleinen Festivals gibt, denn die machen ab und zu viel mehr Spaß als die großen Festivals.

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