Rocktower Festival
Bands / Künstler, Konzerte |
18. April 2009 10:22 Uhr |
Ti-Es |
Am 11.04.2009 wurde Geschichte in Lübeck geschrieben, jedenfalls wenn es um’s Thema Metal geht. Denn zum ersten Mal fand das Rocktower-Festival in der Musik- und Kongresshalle statt mit einem starken Line-Up, das sich gewaschen hat. Doch mehr dazu später.
Vor der MuK gab es nicht viel Besonderes. Ein Bierstand und ein durchgedrehtes Schwein am Brutzeln. Einzig besonders waren da wohl eher die vielen “dunklen Gestalten”, die sich dort und in Lübeck’s Straßen tummelten.
Kommen wir nun zu den einzelnen Bands, die an dem besonderen Tage aufgetreten sind. Als erstes betraten die Symphonic-Folk-Metaler “Kivimetsän Druidi” aus Finnland die Bühne. Neben vielen Songs aus dem Debüt-Album “Shadowheart” spielten sie auch ein paar alte Songs aus den Demos, die ich bis dato nie kannte. Die Musiker beherrschen ihre Instrumente und Leeni-Maria Hovila kann auch live mit ihrer verdammt guten Stimme überzeugen.
Es folgten die Old-School-Thrasher Stone Cold Black, wozu es eigentlich nicht viel zu sagen gibt. Der Auftritt anisch war jedenfalls super, die Songs aber leider ein bisschen eintönig. Einzige nicht geplante Aktion, war, dass beim Gitarristen der Gitarrengurt mitten Im Song abriss und er es somit nicht gerade leicht hatte im Stehen zu spielen. Doch das hat er souverän gemeistert und daraufhin die Gitarre gewechselt. Schön, schön.
Das 2. Highlight des Tages, nach Kivimetsän Druidi, nämlich Bullet, durften sich danach die Finger wund spielen. Heavy-Metal vom Feinsten mit einem abgedrehten Sänger und lustigen Gitarristen im 80er Jahre-Look. Da ich sie schon letztes Jahr als Support von den Backyard Babies gesehen hatte, wusste ich, dass das kein schlechter Auftritt werden konnte. Und so war es dann auch. Klasse Auftritt und erste Band, die Zugaben spielen durfte.
20 Minuten später schon kam Paul Di’anno auf die Bühne, der erste Sänger von Iron Maiden. Bei dem Auftritt hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft, denn das aktuelle Album ist gar nicht mal schlecht gewesen, aber irgendwie kamen die live wie Pustekuchen rüber. Schade, aber die alten Maiden-Songs haben ordentlich gerockt und der verrückte Drummer hat es auch ein biscchen wieder wett gemacht.
Tja, zu den nächsten 2 Bands kann ich so gut wie gar nichts schreiben, denn als Firewind gespielt hatten, waren wir mal was essen, musste ja auch mal sein, wobei das auch nicht allzu schlimm war, denn bei Firewind handelt es sich um eine Power-Metal-Band und Power-Metal muss einfach nicht sein.
So fragte man sich natürlich, was für eine Musikrichtung Deathriders spielen würden, denn irgendwie kannte die keiner. Es erklang der erste Ton und der Sänger gab einen sehr hohen Schrei von sich. Es handelte sich eindeutig um Power-Metal, nichts wie raus.
Nach über einer Stunden Erholung an der frischen Luft ging es dann auch fett weiter im Line-Up und zwar mit Korpiklaani, die in Lübeck natürlich keine Unbekannten waren. Die ersten Töne fielen, so ging’s dann auch im Publikum zu. Die erste Pit öffnete sich und die Leute waren am tanzen zum Top-Folk-Metal und das direkt bei den neuen Songs. Natürlich durfte auch der Klassiker schlechthin nicht fehlen, den auch viele aus dem Publikum riefen. “Beer Beer” nannte sich dieser und so spritzte es auch Bier von der Bühne ins Publikum. Bierduschen kommen immer gut an, nunja gut, nicht immer. Gibt es dazu noch was zu sagen? Nein, außer dass sich jeder mal Korpiklaani reinziehen sollte. Nicht zu vergessen: Das neue Album wird Ende Juni erscheinen.
Ein weiteres glorreiches Highlight folgte: Ensiferum aus Finnland. Was habe ich mich gefreut, die einmal live sehen zu dürfen und dann auch noch in Lübeck. Auch hierbei handelte es sich um eine Folk-Metal-Band, die extra ihre Studioaufnahmen zum neuen Album unterbrachen, um diesen exklusiven Gig in der MuK spielen zu können. Das Intro aus dem damaligen Debüt-Album von 2001 passte super. Gespielt hatten sie Songs aus all ihren Alben, darunter auch der Victory Song aus dem noch aktuellen Album “Victory Songs”, der mir schon damals am besten gefiel, auch weil dieser am längsten und abwechslungsreichsten ist. Top-Auftritt, hoffentlich sind sie auch nächstes Jahr wieder mit am Start.
Zu guter letzt spielten Haggard, es war bereits kurz vor 0 Uhr und für viele waren Ensiferum das Highlight des Tages und so war schon eine Menge vom Publikum auf dem Heimweg. Dabei war es sehr erstaunlich die Symphonic-Metal-Band live zu sehen. Bis 1:30 Uhr spielten sie Songs aus “Tales Of Ithiria”, dem aktuellen Album, und natürlich auch Klassiker wie “Herr Mannelig”. Einfach der Wahnsinn, was die Band auf’s Servierbrett lag.
Fazit zum ersten Rocktower-Festival: Klasse Veranstaltung, der Metal kommt eindeutig zurück nach Lübeck. Wenn die Veranstalter mit soviel Elan weitermachen, wird das nächste Rocktower-Festival noch besser. Nächstes Jahr soll das Festival über 2 Tage gehen mit über 40 Bands. Super Ankündigung, ich werde hundertprozentig wieder vor Ort sein.
Bilder und weitere Ankündigungen gibt es auf www.rocktower.de




1 Kommentar | Einen eigenen Kommentar schreiben
Ich habs gesehen und gehört und war verblüfft, was für Stimmen diese Band hervorgebracht hat! Wenn man diese 3 schönen stimmen vernimmt, denkt man eher, sie würden Anzüge tragen und aus einer Oper entsprungen sein. Diese Stimmen in einer solchen Musikrichtung wie Metal mit einzubringen, finde ich grandios ;)
23.04.09 22:27 Uhr | | Nach oben
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