CD-Tipp: K’s Life - All Sides Now
CDs |
17. Mai 2009 15:44 Uhr |
Matze |
Nachdem die Band K’s Life bei der Osnabrücker Maiwoche mit guter Performance, als auch interessanter und schöner Musik überzeugt hatte, entschied ich mich, ihr Debütalbum von 2007 “All Sides Now“ zu kaufen. Über die Homepage der Band gar kein Problem, nach zwei Tagen lag die CD in meinem Briefkasten. Würde mein positiver Eindruck des Auftritts bestätigt werden oder war es bloß ein öder Tag, an dem mich jegliche Livemusik aufgemuntert hätte? Ich musste feststellen, das Album ist anders, aber keinesfalls schlechter.
All Sides Now ist auffällig gefühlvoll und ruhig. Wer also Musik zum Abgehen sucht, der wird größtenteils enttäuscht. Zwar gibt es unter anderem mit “Tragedy” oder “Here I am” Songs, die definitiv dazu einladen, aber schnell werden diese unterbrochen durch viele Balladen. Dann findet man sich in aller Ruhe in einem bequemen Sessel sitzend und lauscht feinfühligen Klängen. Diese werden vor allem durch das Thema der Liebe dominiert. Ganze zehn von dreizehn Songs handeln vom Abschluss, vom Beginn, Problemen und Freuden der Liebe und Partnerschaft. Das Thema wird fröhlich, triumphierend und optimistisch wie auch traurig und verträumt angegangen. Dabei gelingt es der Band aber immer den Drahtseilakt zu meistern, dezent romantisch zu klingen, ohne in übertriebenen Kitsch auszuufern.
So ruhig viele Songs sein mögen, so unterschiedlich sind ihre Einflüsse. Zwar kann man die meisten als poppig bezeichnen, aber es machen sich auch Reggae, Blues, Jazz und natürlich Rock bemerkbar. Auch instrumental wird Abwechslung geboten: so hat beim letzten Song ein Saxophon einen Gastauftritt und die Gitarre wird gegen ein Klavier eingetauscht.
Man mag hier nach einem eigenen Stil fragen, denn das Ganze klingt jetzt vielleicht ein wenig wirr, ist es aber nicht. Das macht sich an einer klaren Songstruktur fest. Alle drei Musiker wissen, wann ihre Instrumente in den Vordergrund gehören und wann es gilt dezent und zurückhaltend aufzutreten.
Vor allem aber am Gesang der Leadsängerin Katrin Remmert, der es immer wieder gelingt eingängige und wirklich schöne Refrains zu singen, macht sich für mich ein gleichbleibender Songcharakter fest. Damit sind wir jetzt aber an einem Punkt angekommen, über den man diskutieren könnte: Die Stimme - manchmal scheint mir, es fehle ihr an Power, dann klingt sie leicht kratzig, auffallend fröhlich und dynamisch, hier ist sie mir fast kindlich, da ist sie soft und einfühlsam. Eins steht fest: Sie verzichtet auf das nervige Herumglucksen, Quietschen und Hin- und Herschwanken in den Tonhöhen, wie es sogenannte “Superstars” heute als besonders toll darstellen möchten. Unter anderem deshalb und gerade wegen der unkonventionelle Stimme erscheint der Gesang angenehm natürlich. Das ist es auch, was mir diese Band bisher so sympathisch machte: Die Musiker wirken bodenständig, äffen nicht irgendein Image nach oder prahlen mit irgendwelchen bescheuerten Songtexten. Es geht hier um Authentizität und davon lebt ihre Musik. Sie scheuen nicht, klare Gefühlen musikalisch zu untermahlen. Für mich Musik, die hörbar aus dem Herzen kommt.
Wer also gerne mal eine ruhige Scheibe auflegt und dabei auf qualitativ schöne Instrumentalpassagen nicht verzichten möchte, der kommt hier voll auf seine Kosten.
Was ich mir für das nächste Album wünschen würde? Vielleicht ein oder zwei rockige Songs mehr, denn auch die habt ihr drauf, ansonsten bleibt bloß wie ihr seit!



(1 Stimmen, Durchschnitt: 4/5)

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