Diese Woche fällt mir die Entscheidung, welchen Song ich zum Chartreview bitten soll, nicht besonders leicht. Die Neueinsteiger sind so langweilig, nichtssagend und plump, dass ich sie mir erstens nicht weiter anhören möchte und zweitens kein Interesse an einem weiteren Veriss habe. Bleiben nur die letzten vier Kandidaten der Top 10, die teilweise so abgenudelt sind, dass man sie auch gar nicht erst analysieren möchte. Am Ende ist es Beyoncé Knowles mit “Halo”.

Beyoncé Knowles - zwei Dinge fallen mir auf Anhieb zu ihr ein: Sie sieht sehr gut aus und sie hat eine sehr gute Stimme. Aus beidem macht sie Kapital.
Was ihr Aussehen angeht, so schafft sie es immer gekonnt ihren Körper anzüglich in Szene zu setzen, vermeidet dabei aber billig oder gar “schlampig” zu wirken. Gleichzeitig ist sie aber auch keine “Musikdiva“, ein Popsternchen schon gar nicht. Fassen wir das Ganze zusammen: Ich bin kein Fan von Mrs. Knowles, aber mir gefällt ihr Image immer noch mehr, als das einiger ihrer Musikkollegen und -Kolleginnen.
Kommen wir zum Song: Ich bin ein Freund von Musik, die nach real existierenden Instrumenten klingt und eher ein Gegner von “Computer-Sounds”. Da kann ich es nur begrüßen, dass Beyoncé hautsächlich auf Streicher und Klavier zurückgreift, aber ganz ohne Techniksounds geht’s leider nicht. Der Beat passt sich dann eher wieder dem Mainstream an, klatscht und stampft konsequent einmal durch den gesamten Song.
Das Beste am Song ist für mich die Strophe, der Refrain ist einfach zu dick aufgetragen, die “Halo-Rufe” decken beiden Ohren komplett ein. Weniger wäre hier mehr gewesen. Und das ist es auch, was zum Gesang von Beyoncé passt. Zu mindest bei “Halo” wirkt er manchmal ein wenig überladen.
Vom Inhalt ist der Song vollkommen in Ordnung. Sehr schön finde ich die ersten vier Verse der ersten Strophe. Auch die Metapher des Lichts in der zweiten Strophe gefällt. Ansonsten kein weiter Wurf, ich schätze, dass ein paar Songwriter sich zusammengesetzt haben, die ganz genau wissen welche Hebel man wie und wo umlegen muss.
Zieht man einen Schlussstrich, so kommt folgendes heraus: Der Song ist kitschig. Leider klingt er mir zu episch und damit zu überladen. Wie gesagt, weniger ist mehr. Beim nächsten mal ein bisschen weniger Streicher, einen angenehmeren Beat und einen ruhigeren Gesang, der die hundert Prozent Gesangspower höchstens touchiert. Ansonsten, gegen ein bisschen Kitsch ist nichts auszusetzen.


Musikvideo: Beyoncé - Halo

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