Servus und Hallo an alle Freunde des aktuellen Musikgeschehens! Jede Woche bin ich so frei und knöpfe mir einen Song der aktuellen Top 10 der deutschen Singlecharts vor. Auf Herz und Nieren verhört, gilt es dann ein Urteil zu finden und nicht zu stark dem Verbalanarchismus zu verfallen. Eins gibt’s noch, Herrschaften: Niemals vergessen, Musikgeschmack ist immer subjektiv!

Lady Gaga - Poker Face

Soso… Lady Gaga? Sonst alles klar? Einer dieser Interpretennamen von der Fraktion Krabbelgruppe. Schlimmer ist höchstens noch “DJ Bobo”. Es bleibt zu hoffen, dass wir von weiteren dieser Namen, die es bis auf das internationale Parkett der erfolgreichen Musiktitel gebracht haben, verschont bleiben.
Seit mehreren Wochen steht “Poker Face” wie fest zementiert an der Spitze der Deutschen Charts. Nach “Just Dance” scheint auch dieser Song vielen Deutschen nicht aus dem Kopf zu gehen. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mir Mademoiselle Gagas Pokerface jetzt mal ein wenig genauer angeguckt.
Schon nach den ersten 5 Sekunden schrie es in mir förmlich auf: “GEKLAUT!“ Vielleicht etwas übertrieben, aber eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Song “Sweet Dreams (Are Made of This)” von Eurythmics kann man der Anfangspassage nicht abstreiten. Respekt - gut geklaut!
Auch unser zweifacher “Mama-Ruf” hatte Ähnlichkeit mit Boney M.’ “Ma Baker“. Respekt - voll daneben!
Nachdem Frau Gaga im Musikvideo aus dem Wasser gekrabbelt ist und neben diesen wirklich auffällig dämlich dreinschauenden Hunden ihre Diskokugelvisage weggeworfen hat, beginnt sie mit einer monotonen, leicht angezerrten Stimme zu singen. Einen eigenen Stil kann Lady Gaga damit schon behaupten, ansonsten erinnert ihre Stimme entfernt an Christina Aguillera und den üblichen Chart-Mainstream.
Im Refrain zeigt Frau Gaga Gesang mit einer netten Melodie und sorgt für eine klare Abgrenzung zur Strophe - beste Voraussetzungen für einen Ohrwurm, welchen selbst der größte Death-Metalfan unbewusst auf der Straße vor sich hinsummt.
Besser als manch andere eingängige Texte, präsentiert sich Mrs. Gaga mit einem überraschend zweideutigen Text. Schade, dass sich hinter einem schnöden Pokerspiel jedoch nur Sex (ja - mal wieder) versteckt. Allgemein muss man feststellen, dass Lady Gaga das Motto “Sex Sells” zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Images macht. Damit reizt sie nicht nur die Triebe der Männerwelt, sonder verleitet die Frauenwelt zur billigen Nachahme ihres Images. Meine Meinung: Schwach!
Kommen wir also zum Fazit: Lady Gaga ist kein musikalisches Wunder, sondern präsentiert sich musikalisch simpel und eingängig. Klarer Fall von Mainstream-Mucke: Man nehme eine eingängige Melodie, eine Standartstimme und Standartbeat, lässt sich inspirieren durch musikalische Größen der 80er Jahre, füge einen schön zweideutigen Text hinzu, lässt Frau Gaga im hautengen Latex sich in obszönen Stellungen im Musikvideo räkeln und man hat beste Voraussetzungen für eine obere Platzierung in den Charts - scheint ja aufgegangen zu sein!

Eins noch: Die wirklich dreist offensichtliche Schleichwerbung von “bwin. com” im Musikvideo ist ja wohl einfach nur peinlich, wohl der endgültige Beweis, dass Lady Gaga eher Produkt als Künstler ist. Und für alle, die sich noch weitere von ihren Videos angucken sollten: Campari schmeckt ekelhaft!

Musikvideo: Lady Gaga - Poker Face


Verwandte Artikel