Matzes Chartreview #1: Lady Gaga - Poker Face
Kolumne |
26. April 2009 13:51 Uhr |
Matze |

Servus und Hallo an alle Freunde des aktuellen Musikgeschehens! Jede Woche bin ich so frei und knöpfe mir einen Song der aktuellen Top 10 der deutschen Singlecharts vor. Auf Herz und Nieren verhört, gilt es dann ein Urteil zu finden und nicht zu stark dem Verbalanarchismus zu verfallen. Eins gibt’s noch, Herrschaften: Niemals vergessen, Musikgeschmack ist immer subjektiv!
Lady Gaga - Poker Face
Soso… Lady Gaga? Sonst alles klar? Einer dieser Interpretennamen von der Fraktion Krabbelgruppe. Schlimmer ist höchstens noch “DJ Bobo”. Es bleibt zu hoffen, dass wir von weiteren dieser Namen, die es bis auf das internationale Parkett der erfolgreichen Musiktitel gebracht haben, verschont bleiben.
Seit mehreren Wochen steht “Poker Face” wie fest zementiert an der Spitze der Deutschen Charts. Nach “Just Dance” scheint auch dieser Song vielen Deutschen nicht aus dem Kopf zu gehen. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mir Mademoiselle Gagas Pokerface jetzt mal ein wenig genauer angeguckt.
Schon nach den ersten 5 Sekunden schrie es in mir förmlich auf: “GEKLAUT!“ Vielleicht etwas übertrieben, aber eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Song “Sweet Dreams (Are Made of This)” von Eurythmics kann man der Anfangspassage nicht abstreiten. Respekt - gut geklaut!
Auch unser zweifacher “Mama-Ruf” hatte Ähnlichkeit mit Boney M.’ “Ma Baker“. Respekt - voll daneben!
Nachdem Frau Gaga im Musikvideo aus dem Wasser gekrabbelt ist und neben diesen wirklich auffällig dämlich dreinschauenden Hunden ihre Diskokugelvisage weggeworfen hat, beginnt sie mit einer monotonen, leicht angezerrten Stimme zu singen. Einen eigenen Stil kann Lady Gaga damit schon behaupten, ansonsten erinnert ihre Stimme entfernt an Christina Aguillera und den üblichen Chart-Mainstream.
Im Refrain zeigt Frau Gaga Gesang mit einer netten Melodie und sorgt für eine klare Abgrenzung zur Strophe - beste Voraussetzungen für einen Ohrwurm, welchen selbst der größte Death-Metalfan unbewusst auf der Straße vor sich hinsummt.
Besser als manch andere eingängige Texte, präsentiert sich Mrs. Gaga mit einem überraschend zweideutigen Text. Schade, dass sich hinter einem schnöden Pokerspiel jedoch nur Sex (ja - mal wieder) versteckt. Allgemein muss man feststellen, dass Lady Gaga das Motto “Sex Sells” zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Images macht. Damit reizt sie nicht nur die Triebe der Männerwelt, sonder verleitet die Frauenwelt zur billigen Nachahme ihres Images. Meine Meinung: Schwach!
Kommen wir also zum Fazit: Lady Gaga ist kein musikalisches Wunder, sondern präsentiert sich musikalisch simpel und eingängig. Klarer Fall von Mainstream-Mucke: Man nehme eine eingängige Melodie, eine Standartstimme und Standartbeat, lässt sich inspirieren durch musikalische Größen der 80er Jahre, füge einen schön zweideutigen Text hinzu, lässt Frau Gaga im hautengen Latex sich in obszönen Stellungen im Musikvideo räkeln und man hat beste Voraussetzungen für eine obere Platzierung in den Charts - scheint ja aufgegangen zu sein!
Eins noch: Die wirklich dreist offensichtliche Schleichwerbung von “bwin. com” im Musikvideo ist ja wohl einfach nur peinlich, wohl der endgültige Beweis, dass Lady Gaga eher Produkt als Künstler ist. Und für alle, die sich noch weitere von ihren Videos angucken sollten: Campari schmeckt ekelhaft!
Musikvideo: Lady Gaga - Poker Face




6 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Hab das Stück ein paar mal unbewusst nebenbei gehört, zum Glück blieb mir ein Ohrwurm verschont, Danke!
Mit dem Pop-Mainstream kann ich generell wenig anfangen, hier ist es ähnlich. Leider erfreut sich diese “Plastik”-Musik ja einer großen Beliebtheit. Genug um ein Mal pro Woche von MATZE auseinandergenommen zu werden! ;)
weiter so!
26.04.09 14:05 Uhr | | Nach oben
Jo, du sprichst einem ziemlich aus der Seele! Ich bin gespannt auf die weiteren Reviews!
26.04.09 14:10 Uhr | | Nach oben
Ich persönlich hasse die Person als auch “Pokerface” wie die Pest. Da ich gezwungenermaßen Hörer der “Radiokultur” bin, entging mir dieses Lied leider nicht. Spätestens nach dem zehnten Mal bekommt man das Kotzen vom Lied; ich denke, ich durfte es schon an die fünfzig Male hören.
Aber, und das muss man hier anmerken, “Lady Gaga” war vor ihrer eigenen Karriere Songwriterin für andere Künstler und ich hatte zufällig Coldplays “Viva la vida (?)” in der Version von “Gaga” mit Klaviar gehört und zwar unplugged. Ich muss zugestehen, dass das sogar wirklich interessant im positiven Sinne war. Ich bezweifel, dass man so etwas auf ihrem Album hören kann, falls diese Künstlerin aber irgendwann mal einen Imagewechsel machen sollte und natürlichere Lieder macht, dann würde ich ihr sogar eine Chance geben.
04.05.09 21:19 Uhr | | Nach oben
Wer laufend Standard mit “t” schreibt, träumt wohl vom Standartenführer…
10.06.09 22:53 Uhr | | Nach oben
naja rechtschreibung war ja noch nie seine stärke ne matze? ;D
18.06.09 23:47 Uhr | | Nach oben
Ja Hi Leute,
Ic muss sagen, dass mir Gagas Style und alles drum herum nicht gefällt.
Aber die kann echt gute Musik machen. sie hat haltn schlaues Management, damit kann sie jetzt viel verdienen.
Ich mag den Song ebensowenig, obwohl ich den refrain musikalisch gar nicht so schlecht finde (hat wiedererkennungswert) Schaut euch mal auf Youtube an, wie das Mädchen Klavier spielen kann! Der Hammer, ich kann das sagen Studiere auf ner Kunsthochschule!
Alle Achtung, würde mich freuen, wenn sie nach dem Geldverinen so frei wäre sich mal an richtige Musikranzuwagen!
Bis Bald
Mika
09.08.09 02:16 Uhr | | Nach oben
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