Konzertbericht: K’s Life - natürlich(,) gut
Konzerte |
13. Mai 2009 13:53 Uhr |
Matze |
Ich bin ja eher ein Feind als ein Freund kommerzieller Chartmusik und werfe daher gerne mal einen Blick auf weniger bekannte Bands, bei denen Musik mehr zählt als Image. Die Osnabrücker Maiwoche steht dieses Jahr mal wieder an und gibt lokalen und eher unbekannten Bands die Möglichkeit ihr Repertoire unter Beweis zu stellen. Schon am ersten Tag wurde ich fündig: die Band K’s Life ist nur weiterzuempfelen!
8. Mai, Freitag Nachmittag, ich sitze in meinem Zimmer. Nichts will funktionieren, ich nehme meine Gitarre und spiele ein paar Akkorde - alles schlecht, kein Feeling, kein Genuss. Ich klicke mich durch meinen Musikordner und suche verzweifelt nach Musikern, die ich noch nicht rauf und runter genudelt habe. Nichts, so gut die Musik auch sein mag - ich kenne sie zum Abwinken. Mein Cousin ruft an: “Hey, heute Abend Lust ein paar Filme zu schauen?”. “Joa, doch, besser als hier öde zu versauern.”
Gegen 17 Uhr fällt mir wieder ein, dass in Osnabrück die Maiwoche ansteht, also begutachte ich voller Hoffnung auf inspirierende Lifemusik das Programm: “Fassanstich durch den Bürgermeister” Nein Danke, auf “O’ zapft is” kann ich heute verzichten. “19.00 Uhr: K´s life: Katrin Remmerts Rock-Pop-Trio mit eingängigen englischen Songs, blusig jazzig angehaucht”. Das klingt ja ganz okay, denke ich mir, obwohl mir die Mischung doch ein wenig durcheinander vorkommt. Sei’s drum, um Viertel vor Sieben verlasse ich mein Haus.
Froh meine Jacke mitgenommen zu haben, tapere ich meinen Weg durch die Straßen Osnabrücks. Der Wind pfeift mir um die Ohren, der Himmel grau, ein paar Tropfen streifen mein Gesicht. Mit ein wenig Verspätung erreiche ich den Marktplatz. Dafür, dass die Maiwoche begonnen hat, ist erstaunlich wenig los. Einige Passanten eilen an mir vorbei, die Bühne ist leer. Na Toll! Tote Hose hier ,oder was?! Das Durchschnittsalter ist grob geschätzt bei 35 Jahren. Ich bin kurz davor meine Segel zu streifen und schnur stracks zum Videoabend zu latschen, doch dann vernimmt mein Gehör Klänge von der Bühne.
Nagut, dann hör ich mal ‘ne Runde zu. Also stelle ich mich schön zentral vor die Bühne, um meinen kritischen Blick auf die gesamte Band zu werfen: Drei junge Musiker. Einer am Schlagzeug, einer am Bass und eine an der Gitarre. Letztere, die Leadsängerin, kann man wohl als Markenzeichen der Band begreifen. Sie ist gemessen an der Größe ihrer Gitarre erstaunlich klein, bespielt diese aber ungemein gut und strahlt voller Energie.
Der Anfang des ersten Songs gefällt mir auf Anhieb. Alle Instrumente harmonieren im Gleichgewicht. Weder deckt das Schlagzeug mit ohrenbetäubenden Crash-Beckenschlägen alles zu, noch nimmt die Gitarre dem Bass in irgendeiner Weise an Raum. Leider schaut der spadellige Herr hinterm Mischpult irgendwo in die Landschaft und verpasst gleich den Einstieg der Sängerin.
Ich entscheide mich länger zu bleiben, aus einem Song werden zwei, dann drei, das Publikum wird größer, der Wind immer unangenehmer, die Musik immer besser. Hier ein Basssolo, da ein fröhlicher, schneller, dann wieder ein softer Song, der gekonnt in Flageolets an der Gitarre à la Andy Summers ausklingt. Selbstverständlich noch ein Gitarrensolo und auch der Schlagzeuger lässt sich die Gelegenheit nicht nehmen, sein Können unter Beweis zu stellen. Ich muss feststellen, dass die Beschreibung “blusig jazzig angehaucht” wahrhaftig stimmt, vor allem Bass und Schlagzeug tragen ihren Teil dazu bei. Hier bekommt man keine Mainstream-Mucke oder eine starke Anlehnung an ein musikalisches Vorbild, die Band ist eigen.
Kurz um: Drei, in meinen Augen begabte Musiker, die absolut natürlich wirken und schöne Musik präsentieren. Nach etwa einer Stunde plus Zugabe bin ich überzeugt: “Wenn ihr hier eine CD verkauft, dann schlage ich zu!” Leider ist das nicht der Fall, aber ich nehme dankbar den Hinweis auf die Homepage der Band an.
Nachdem ich spät in der Nacht von den Überresten des Videoabends nach Hause komme, kann ich nicht anders und schnappe mir meine Gitarre. In meinem Kopf murmelt es noch: “Here I am, by your side, here I am to rock with you tonight”.




2 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Langsam bereue ich es nicht mitgekommen zu sein. Klingt ja wirklich gut. Na ja, mal sehen was heute Abend so geht.
13.05.09 16:07 Uhr | | Nach oben
Auf deren Website http://www.kslife.de kann man sich ein wenig informieren, klingt ganz nett. ;)
14.05.09 12:15 Uhr | | Nach oben
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