Der vermutliche Top-Akt der Osnabrücker Maiwoche, wenn es um den internationalen Bekanntheitsgrad geht, ist wohl dieses Jahr die Band Sugarplum Fairy. Am Freitag Abend war es soweit, wieder einmal machte ich mich auf den Weg in die Osnabrücker Innenstadt. Am Konzertort, dem Herrenteichswall war es bereits proppevoll. Ich kämpfte mich durch die Zuschauermassen bis etwa zehn Meter vor die Bühne. Die Stimmung war ausgezeichnet, Jugend stark vertreten. Nachdem ich zirka zehn Zigaretten passiv mitgeraucht hatte und andere süßliche wabernde Schwaden missbilligend registriert hatte, ging es, ganz nach dem Guten Ton in der Musikbranche, mit zwanzig Minuten Verspätung endlich los. Unter lautem Gejohle betraten die fünf Musiker die Bühne und begannen zu spielen. Mit schnellen und rhythmischen Songs heizten sie dem Publikum ein, zeigten ihre jahrelange Bühnenerfahrung und so konnte man einige Male ein paar Crowdsurfer beobachten. Trotzdem merkte man, dass der gewisse Kick einer richtig erfolgreichen Single dann doch noch fehlte, um das Publikum zum kochen zu bringen. Auch waren mir die Songs, so geht es mir übrigens auch in vielen Fällen mit Mando Diao, zu unübersichtlich und eintönig. Der Schlagzeuger war schnell bei hundert Prozent und die Gitaristen schredderten ihre Plektren. Dem Gesang gelang es nicht Refrains mit einprägsamen Melodien und Textpassagen zu füllen. Die Klasse der Vorbilder wie den Beatles, Stones oder Oasis konnte man natürlich nicht erwarten. Nach etwa einer Stunde und weiteren dreißig passiv mitgerauchten Zigaretten (ich musste wohl in die Mitten einer Raucherenklave geraten sein) war die Show dann aber auch wieder zu Ende. Etwas zaghafte “Zugabe-Rufe” führten dann noch zu zwei weiteren Songs.
Alles in Allem eine Gute Sache, nicht zuletzt weil es schön voll war und richtige Konzertstimmung aufkam. Aus meiner Sicht war die Musik zwar nicht der Knaller, aber das ist eine subjektive Geschichte.

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